Unser „Hingucker“ im Februar – Handwerkskunst aus Speckstein

Im letzten November haben wir zwei ganz besondere Schiffsmodelle als Geschenk für unsere Sammlung erhalten. Sie sind aus einem für den Modellbau recht ungewöhnlichem Material: Speckstein, oder auch Seifenstein genannt.

Hauptbestandteil ist das Mineral Talk, das weltweit vorkommt und den meisten vermutlich als Talkumpuder aus der Kosmetik bekannt ist. Darüber hinaus wird es auch für medizinische und industrielle Zwecke verwendet oder aber, in Form von Speckstein, auch künstlerisch. Speckstein ist sehr schwer, was an dem Gewicht der gezeigten Modelle deutlich wird, aber weich und lässt sich gut bearbeiten. Die Inuit beispielsweise haben das Material früh als Werkstoff für Figurinen und Skulpturen entdeckt.

Für den Modellbau ist Speckstein jedoch nur bedingt geeignet. Er lässt sich gut formen, ist aber für die Herstellung feinerer, filigraner Bauteile wie Aufbauten, Relingstützen oder Masten herausfordernd. Wir können es an den teilweise geklebten Bruchstellen hier und da gut erkennen. Daher dürften die die präsentierten Schätzchen seltene Exemplare ihrer Art sein.

Vermutlich dienten russische Kriegsschiffe aus der Zeit um den Anfang des 20. Jahrhunderts als Vorlage. Über den Objektfertiger ist nichts bekannt. Auch wissen wir nicht, auf welchen Wegen die guten Stücke in die Wesermarsch gelangten.

Die Schenkgeberin, Frau Roswitha Hübner aus Nordenham, stellte diese beiden, kostbaren Schwergewichte dem Schiffahrtsmuseum schon 2008 für eine Sonderausstellung zur Verfügung, die den Titel „Schätze aus der Wesermarsch“ trug.

Wir freuen uns sehr darüber, dass diese beiden Raritäten unsere Sammlung nun dauerhaft ergänzen.

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