Seeamtsverhandlung

Die Strandung der MARGARETHA

Kleiner Fehler, große Wirkung

Am 25. September 1880 strandete die Elsflether Bark MARGARETHA an der argentinischen Küste bei Punta Medanos. Ihr eigentliches Ziel war Punta Arenas am südlichen Ende von Chile gewesen.
Dem Steuermann des Schiffes war ein „kleiner“ Fehler in seinen Berechnungen zur Ortsbestimmung unterlaufen, deshalb kam die MARGARETHA meilenweit vom richtigen Kurs ab. Zusätzlich versäumte es der Kapitän, seinen Offizier ordnungsgemäß zu kontrollieren oder Lotungen vornehmen zu lassen, als das Wasser sichtbar trüber wurde und Land in der Nähe vermuten ließ.
Nach dem Unglück kam es zu einer Seeamtsverhandlung in Brake, bei der sowohl dem Steuermann als auch dem Kapitän die Patente entzogen wurden.

Das Museum erleben
Nachvollziehen können sie den kleinen Fehler mit den großen Folgen in einem extra eingerichteten Raum des Museums. Originaldokumente, das Strandungsmodell und eine Kartenprojektion zeigen anschaulich, wie es zur Strandung kam.
Kinder können die spannende Geschichte anhand eines liebevoll gezeichneten Comics im Stil des Linoldrucks verfolgen.

Seeamtsverhandlung

Die Seeamtsverhandlung illustriert

Das Großherzogliche Seeamt zu Brake bestand von 1878 bis 1948. Hier fand am 16. März 1878 Deutschlands erste Seeamtsverhandlung überhaupt statt.
Bei einer Seeamtsverhandlung steht die Ursachenforschung im Vordergrund. Etwaige Fehler sollen erkannt und eine Wiederholung dadurch vermieden werden. Auch fällt das Seeamt kein Urteil im eigentlichen Sinn. Nach der Verhandlung erfolgt ein „Spruch“, der für Behörden und Gerichte Grundlage für weitere Entscheidungen ist.

Das Museum erleben
Um die Situationen auf See so genau wie möglich nachvollziehen zu können, benutzten die Seeämter kleine Holzmodelle und stellten die Entstehung von Schiffsunglücken damit nach. Diese können Sie bei uns ebenso besichtigen, wie die ersten Protokollbände der Seeamtsverhandlungen in Brake.