Biografie (2:48)
„Ich bin mit 15 Jahren 1877 zur See gegangen auf ein Segelschiff und habe von da ab für meinen Lebensunterhalt selbst gesorgt; habe mit 20 Jahren die Steuermannsprüfung bestanden, 1 Jahr in der Kaiserlichen Marine gedient und dann wieder bis Herbst 1886 als Steuermann auf Segelschiffen gefahren; habe im Frühjahr 1887 mein Kapitänspatent auf großer Fahrt erworben und bin dann im Mai desselben Jahres als 4. Offizier beim Norddeutschen Lloyd eingetreten. Zuschüsse von zu Hause oder anderweitig habe ich nicht gehabt nur während des Besuchs der Seefahrtschule 1 x 7 Monate und 1 x 5 Monate habe ich im Elternhause freie Station gehabt. Am 2. August 1893, also 31jährig, habe ich als II Offizier geheiratet und sind mir in unserer Ehe 3 gesunde Söhne geboren. Im Februar 1902 wurde ich Kapitän beim Norddeutscher Lloyd. Den 1. Weltkrieg habe ich vom 4/8 1914 bis 20/12 1918 als Kapitän des Lazarettschiffes „Sierra Ventana“ gedient; dann die abzuliefernden U-Boote nach England begleitet bis Dezember. Und darauf die gefangenen Franzosen von Kopenhagen nach Brest und Cherbourg gebracht, wo der Franzose nach beendetem Transport das Schiff beschlagnahmte und mich mit der Besatzung im Frühjahr 1919 nach „Holtenau“ bei Kiel mit einem Torpedoboot gebracht hat. Daraufhin wurde mir vom Norddeutschen Lloyd das Kommando von der „Hannover“ übertragen, und habe damit 3.000 Deutsche und Balten-Deutsche von Riga nach Lübeck gebracht, bis Juli 1919; als das Schiff nach England abgeliefert werden musste. Da sämtliche Schiffe der Reederei abgeliefert waren, mussten notgedrungen die gesamten Schiffsbesatzungen entlassen werden Ende des Jahres. Ich habe dann die in den Baltikum-Kriege gefangenen Bolschewisten nach Narwa und Petersburg gebracht auf der Herbert Horn als Transportführer bis September 1921. Am 1. Oktober 1921 wurde ich wieder beim Lloyd als Kapitän angestellt, da derselbe 6 Schiffe zurückgekauft hatte. Ich habe dann noch bis April 1927 beim Norddeutschen Lloyd gefahren und bin, da ich die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hatte pensioniert worden […].“
Biografie (2:48)
„Ich bin mit 15 Jahren 1877 zur See gegangen auf ein Segelschiff und habe von da ab für meinen Lebensunterhalt selbst gesorgt; habe mit 20 Jahren die Steuermannsprüfung bestanden, 1 Jahr in der Kaiserlichen Marine gedient und dann wieder bis Herbst 1886 als Steuermann auf Segelschiffen gefahren; habe im Frühjahr 1887 mein Kapitänspatent auf großer Fahrt erworben und bin dann im Mai desselben Jahres als 4. Offizier beim Norddeutschen Lloyd eingetreten. Zuschüsse von zu Hause oder anderweitig habe ich nicht gehabt nur während des Besuchs der Seefahrtschule 1 x 7 Monate und 1 x 5 Monate habe ich im Elternhause freie Station gehabt. Am 2. August 1893, also 31jährig, habe ich als II Offizier geheiratet und sind mir in unserer Ehe 3 gesunde Söhne geboren. Im Februar 1902 wurde ich Kapitän beim Norddeutscher Lloyd. Den 1. Weltkrieg habe ich vom 4/8 1914 bis 20/12 1918 als Kapitän des Lazarettschiffes „Sierra Ventana“ gedient; dann die abzuliefernden U-Boote nach England begleitet bis Dezember. Und darauf die gefangenen Franzosen von Kopenhagen nach Brest und Cherbourg gebracht, wo der Franzose nach beendetem Transport das Schiff beschlagnahmte und mich mit der Besatzung im Frühjahr 1919 nach „Holtenau“ bei Kiel mit einem Torpedoboot gebracht hat. Daraufhin wurde mir vom Norddeutschen Lloyd das Kommando von der „Hannover“ übertragen, und habe damit 3.000 Deutsche und Balten-Deutsche von Riga nach Lübeck gebracht, bis Juli 1919; als das Schiff nach England abgeliefert werden musste. Da sämtliche Schiffe der Reederei abgeliefert waren, mussten notgedrungen die gesamten Schiffsbesatzungen entlassen werden Ende des Jahres. Ich habe dann die in den Baltikum-Kriege gefangenen Bolschewisten nach Narwa und Petersburg gebracht auf der Herbert Horn als Transportführer bis September 1921. Am 1. Oktober 1921 wurde ich wieder beim Lloyd als Kapitän angestellt, da derselbe 6 Schiffe zurückgekauft hatte. Ich habe dann noch bis April 1927 beim Norddeutschen Lloyd gefahren und bin, da ich die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hatte pensioniert worden […].“
Haus der Familie Bolte in Elsfleth
Das Haus von Gerhard Bolte

































