Kahnknecht (1:33)
„Als ich sechs Jahre alt war starb mein Vater nach kurzer Krankheit […] Meine Mutter war somit für sich und uns beide Kinder […] ohne Existenzmittel und auf ihrer Hände Arbeit angewiesen. Nach einem Jahr Witwenstand – ich war sieben Jahre alt – verheiratete sie sich wieder mit einem Kahnschiffer […] Im Frühjahr 1843 […] wurde ich gezwungen für das Jahr bei dem Stiefvater als Knecht bei ihm für die Kahnfahrt anzumustern gegen einen Lohn von 15 Talern […] Es wurde dies eine böse Zeit für mich; zweimal entlief ich dem Barbar wegen unmenschlicher Behandlung […] wurde aber beide male wieder überredet an Bord zu gehen und so hielt ich denn aus, bis der Kahn aufgelegt wurde im Dezember, so gegen Weihnachten. Nach Auflegung des Kahns meldete mir nun mein Stiefvater durch Drohung, dass er mich sonst gleich für den Winter aus dem Haus jagen würde, wenn ich nicht für das nächste Jahr wieder bei ihm anmusterte […] denn Lohn hätte ich nicht mehr zu fordern, weil ich dafür schon Zeug bekommen hätte und ich bei ihm noch in Schuld sei demnach. Da ich aber mehr als genug hatte von seiner Behandlung […] wurde ich an die Luft befördert […] und nahm meinen Kurs nach Elsfleth […].“
Kahnknecht (1:33)
„Als ich sechs Jahre alt war starb mein Vater nach kurzer Krankheit […] Meine Mutter war somit für sich und uns beide Kinder […] ohne Existenzmittel und auf ihrer Hände Arbeit angewiesen. Nach einem Jahr Witwenstand – ich war sieben Jahre alt – verheiratete sie sich wieder mit einem Kahnschiffer […] Im Frühjahr 1843 […] wurde ich gezwungen für das Jahr bei dem Stiefvater als Knecht bei ihm für die Kahnfahrt anzumustern gegen einen Lohn von 15 Talern […] Es wurde dies eine böse Zeit für mich; zweimal entlief ich dem Barbar wegen unmenschlicher Behandlung […] wurde aber beide male wieder überredet an Bord zu gehen und so hielt ich denn aus, bis der Kahn aufgelegt wurde im Dezember, so gegen Weihnachten. Nach Auflegung des Kahns meldete mir nun mein Stiefvater durch Drohung, dass er mich sonst gleich für den Winter aus dem Haus jagen würde, wenn ich nicht für das nächste Jahr wieder bei ihm anmusterte […] denn Lohn hätte ich nicht mehr zu fordern, weil ich dafür schon Zeug bekommen hätte und ich bei ihm noch in Schuld sei demnach. Da ich aber mehr als genug hatte von seiner Behandlung […] wurde ich an die Luft befördert […] und nahm meinen Kurs nach Elsfleth […].“
Seefahrtschule Elsfleth
1832 wird auf Initiative Elsflether Reeder in Elsfleth eine Navigationsschule gegründet und damit eine geregelte Ausbildung von Steuerleuten und Kapitänen eingeführt. Zunächst in der Deichstraße 5, danach in der Steinstraße 19 untergebracht, entsteht aufgrund des hohen Interesses von Seeleuten an einer fundierten maritimen Grundlagenausbildung in der Peterstraße ein Neubau. Prägende Direktoren und Lehrende vor Ort waren in der ab 1856 staatlichen Schule Dr. Johann Heinrich Suhr (1789-1873) und Wilhelm von Freeden (1822-1894). 1943 wird die inzwischen als „Seefahrtschule“ bezeichnete Ausbildungsstätte in Elsfleth geschlossen und erst nach dem Krieg 1946 wiedereröffnet. 1961 folgt schließlich der Neubau eines größeren und moderneren Schulgebäudes in der Weserstraße 52. Die Eröffnung erlebt Gerhard Bolte, fast hundertjährig, vor Ort mit.
Goldrausch
Als James Marshall 1848 bei Sutter’s Mill auf Gold stieß, entfachte er ungewollt einen bis dahin beispiellosen Ansturm auf die Goldfelder Kaliforniens. Bis 1855 führten zahlreiche Presseberichte dazu, dass immer mehr Einwanderer aus aller Welt in das Land kamen, um ihr Glück auf den Goldfeldern Kalifornien zu finden. Viele Gemeinden vor Ort profitierten von den Einwanderern, die meist alle zum Goldschürfen nötige Geräte neu erwerben, sich ernähren und unterbringen mussten.1850 wurde Kalifornien schließlich zum 31. Bundesstaat der USA und galt fortan als „golden State“.
Im Hafen von San Francisco verließen während dieses Zeitraums hunderte Seeleute ihre Schiffe, um sich ebenfalls auf den Weg zu den Goldfeldern zu machen. Mit Beginn des industriellen Abbaus von Gold 1854 ebbte der Strom der Zuwanderer und Goldsucher ab und verließen viele kehrten ohne nennenswerte Goldfunde gemacht zu haben ernüchtert zur Seefahrt zurück.
Goldrausch Californien (3:53)
„Ich ging nun […] mit dem Schiffe Johann […] nach New York in See, verließ allda das Schiff, um eine Heuer nach San Francisco zu finden, denn ich wollte allda auch mal mein Glück versuchen […] Da aber so viele Leute da waren, die alle dahin wollten, so gelang es mir nicht gleich ein Schiff für Frisco zu finden. Der Andrang der Leute war in den Tagen gerade sehr groß. Da ich aber wenig Geld hatte zum Warten, so musterte ich dann fürs erste als Matrose an auf dem Dampfer Ohio […]. Nachdem ich ein paar Reisen mit der Ohio gemacht hatte, gelang es mir dann auch eine Heuer auf dem Schiffe Hanna Thomston […] was nach Frisco bestimmt war, zu erhalten. Gegen Anfang Februar 1852 [kamen wir damit] wohlbehalten in Frisco an. Als wir allda abbezahlt waren, ging ich sofort mit zwei Kollegen […] nach den Goldminen in Mittelkalifornien ab, und zwar nach einem Platz, genannt „Sailorsflat“ wohin wir einige Empfehlungen hatten an dort ansässige Miners. Nach einer sehr beschwerlichen Reise, die wir von Sacramento ab ganz zu Fuß machen mussten, kamen wir endlich müde und abgespannt in Sailorsflat an und nahmen Wohnung unter einem Zeltdach, gerade groß genug, um uns alle drei darin auf Säcke mit verdorrten Blättern und Moos hinlegen zu können. Gekocht wurde in freier Luft und unsere Nahrung bestand in der Hauptsache aus Fleisch und Pfannkuchen anstatt Brot, dazu Tee oder Kaffee. Da uns die Miner auf Sailorsflat so gar keine Aussicht machten allda Arbeit zu erhalten, denn die Stellen in Tagelohn waren alle besetzt. Zudem meinten dieselben, dass auf der Flat und in der Umgegend aller Boden, der sich der Arbeit lohnte ihrer Ansicht nach durchaus schon in festen Händen sei, so dass auch das Auffinden eines Claims (Goldmine) dort so ziemlich ausgeschlossen sei. Wenn nun auch diese Auskunft für uns sehr wenig aussichtsvoll klang so focht uns dies alles doch wenig an, um uns erst einzuarbeiten, nahmen wir in der Nähe von Sailorsflat […] Arbeit bei einem Amerikaner in einer […] Goldwäscherei durch waschen durch einen Wasserstrom, der mit goldhaltiger Erde durch Kästen getrieben wurde mit Gefälle und worin das Gold durch Kippen wohinter Quecksilber eingeschüttet war, aufgefangen wurde. […] Nachdem wir einige Tage die ungewohnt schwere Arbeit mit Pickaxt und Schaufel ausgerichtet hatten, wurde unser Kollege […] krank, weil er dieser schweren Arbeit nicht gewachsen war. […] Wir arbeiteten, George und ich, aber noch einige Zeit weiter gegen 4 Dollar Lohn pro Tag, bis wir glaubten einen Versuch machen zu müssen, auf eigene Hand anzufangen. […] Eine Stunde weit zu Pferde hatten wir vom Flat bis Coloma. […] Coloma hatte vielleicht 600 [Einwohner] und Uniontown wohl nicht über 200. In beiden Plätzen waren Kaufhäuser für Proviant, Kleidung und alles, was zur Minenarbeit und zur Haushaltung nötig war, zu haben. Auch waren Logier- und Wirtshäuser mit Spielbanken in beiden Plätzen vorhanden […] alles war sehr teuer. […] Die Zeit aber, wo in kurzer Zeit große Funde gemacht wurden […] war zu meiner Zeit vorüber. […] Unseren Wohnort hatten wir immer noch auf Sailorsflat in dem Leinenzelt. […] An Sailorsflat waren, wie hier bemerkt sei, viele Chinesen im Besitz von Minen, aber die meisten Inhaber von Minen allda waren doch Skandinavier. […] wir arbeiteten auch frisch drauf los. Aber mehr als wir zum Leben benötigten, wollte uns nicht gelingen.“
Goldrausch Californien (3:53)
„Ich ging nun […] mit dem Schiffe Johann […] nach New York in See, verließ allda das Schiff, um eine Heuer nach San Francisco zu finden, denn ich wollte allda auch mal mein Glück versuchen […] Da aber so viele Leute da waren, die alle dahin wollten, so gelang es mir nicht gleich ein Schiff für Frisco zu finden. Der Andrang der Leute war in den Tagen gerade sehr groß. Da ich aber wenig Geld hatte zum Warten, so musterte ich dann fürs erste als Matrose an auf dem Dampfer Ohio […]. Nachdem ich ein paar Reisen mit der Ohio gemacht hatte, gelang es mir dann auch eine Heuer auf dem Schiffe Hanna Thomston […] was nach Frisco bestimmt war, zu erhalten. Gegen Anfang Februar 1852 [kamen wir damit] wohlbehalten in Frisco an. Als wir allda abbezahlt waren, ging ich sofort mit zwei Kollegen […] nach den Goldminen in Mittelkalifornien ab, und zwar nach einem Platz, genannt „Sailorsflat“ wohin wir einige Empfehlungen hatten an dort ansässige Miners. Nach einer sehr beschwerlichen Reise, die wir von Sacramento ab ganz zu Fuß machen mussten, kamen wir endlich müde und abgespannt in Sailorsflat an und nahmen Wohnung unter einem Zeltdach, gerade groß genug, um uns alle drei darin auf Säcke mit verdorrten Blättern und Moos hinzulegen zu können. Gekocht wurde in freier Luft und unsere Nahrung bestand in der Hauptsache aus Fleisch und Pfannkuchen anstatt Brot, dazu Tee oder Kaffee. Da uns die Miner auf Sailorsflat so gar keine Aussicht machten allda Arbeit zu erhalten, denn die Stellen in Tagelohn waren alle besetzt. Zudem meinten dieselben, dass auf der Flat und in der Umgegend aller Boden, der sich der Arbeit lohnte ihrer Ansicht nach durchaus schon in festen Händen sei, so dass auch das Auffinden eines Claims (Goldmine) dort so ziemlich ausgeschlossen sei. Wenn nun auch diese Auskunft für uns sehr wenig aussichtsvoll klang so focht uns dies alles doch wenig an, um uns erst einzuarbeiten, nahmen wir in der Nähe von Sailorsflat […] Arbeit bei einem Amerikaner in einer […] Goldwäscherei durch waschen durch einen Wasserstrom, der mit goldhaltiger Erde durch Kästen getrieben wurde mit Gefälle und worin das Gold durch Kippen wohinter Quecksilber eingeschüttet war, aufgefangen wurde. […] Nachdem wir einige Tage die ungewohnt schwere Arbeit mit Pickaxt und Schaufel ausgerichtet hatten, wurde unser Kollege […] krank, weil er dieser schweren Arbeit nicht gewachsen war. […] Wir arbeiteten, George und ich, aber noch einige Zeit weiter gegen 4 Dollar Lohn pro Tag, bis wir glaubten einen Versuch machen zu müssen, auf eigene Hand anzufangen. […] Eine Stunde weit zu Pferde hatten wir vom Flat bis Coloma. […] Coloma hatte vielleicht 600 und Uniontown wohl nicht über 200. In beiden Plätzen waren Kaufhäuser für Proviant, Kleidung und alles, was zur Minenarbeit und zur Haushaltung nötig war, zu haben. Auch waren Logier- und Wirtshäuser mit Spielbanken in beiden Plätzen vorhanden […] alles war sehr teuer. […] Die Zeit aber, wo in kurzer Zeit große Funde gemacht wurden […] war zu meiner Zeit vorüber. […] Unseren Wohnort hatten wir immer noch auf Sailorsflat in dem Leinenzelt. […] An Sailorsflat waren, wie hier bemerkt sei, viele Chinesen im Besitz von Minen, aber die meisten Inhaber von Minen allda waren doch Skandinavier. […] wir arbeiteten auch frisch drauf los. Aber mehr als wir zum Leben benötigten, wollte uns nicht gelingen.“








