Unser Leitbild und mehr

Als eines der bedeutenden Schifffahrtsmuseen Deutschlands sind wir ein wichtiger Bestandteil für das lebendige Gedächtnis maritimer Kultur und Geschichte. Mit unseren Dauerausstellungen und unserer Sammlung verbinden wir die globale Tragweite von Handel und Seeschifffahrt unter der oldenburgischen Handelsflagge mit regionaler Identität und den mit der Region verbundenen Menschen. Unser Haus ist ein Ort des offenen Dialogs, der Forschung und der gesellschaftlichen Verantwortung. Damit schlagen wir zugleich eine Brücke zu den aktuellen Themen und Herausforderungen der Gegenwart. 

In den Dauerausstellungen des Museums wird die Geschichte der Reedereien, der Werften, der maritimen Zulieferbetriebe, der Seehäfen und der mit der Schifffahrt verbundenen Menschen der Region möglichst umfassend präsentiert. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der Geschichte der ersten gesamtdeutschen Marine von 1848 zu, Symbol des ersten demokratischen Aufbruchs. Die vielfach überregional bedeutenden Sammlungsbestände des Hauses werden kontinuierlich durch Originalzeugnisse der Schifffahrtsgeschichte ergänzt. Die dem Museum anvertrauten Kulturgüter werden im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten nach zeitgemäßen konservatorischen Standards nachhaltig für die Nachwelt bewahrt.

Das Schiffahrtsmuseum Unterweser ist eine entscheidende kulturelle Kraft in der Wesermarsch. Als kulturelle Dienstleistungseinrichtung ist es ein lebendiger Lernort sein und ermöglicht seinen Besucher:innen, aus der Geschichte zu lernen und eine anregende und unterhaltsame Beschäftigung mit dieser zu erfahren. Es will nach den Maßstäben zeitgemäßer musealer Praxis seine Inhalte abwechslungsreich und allgemeinverständlich an alle Generationen und Zielgruppen vermitteln, Teilhabe ermöglichen und Identifikations- und Ankerpunkt für die Menschen der Region sein. Über die Schwerpunkte Vermittlung, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sowie die museumspädagogische Arbeit tritt das Museum als außerschulischer Lernort in den wechselseitigen Dialog mit Touristen, einheimischen Besucher:innen, Zugewanderten, Schulen und Kindergärten. Stets in Abhängigkeit von den vorhandenen Rahmenbedingungen wird das Ziel einer möglichst optimalen Barrierefreiheit weiter angestrebt. 

Das Schiffahrtsmuseum Unterweser erforscht – auch im Rahmen seiner Sonderausstellungen – Themen zur regionalen Schifffahrts-, Wirtschafts-, Technik- und Sozialgeschichte stets mit Bezug zum europäischen und/oder internationalen Kontext. Schiffe verbinden Schicksale und Kontinente. Wir beleuchten die Schifffahrt als Motor von Wirtschaft und Handel, Migration und Kulturkontakt – gestern wie heute. Dabei streben wir an, Wissen möglichst barrierefrei, sowohl analog als auch digital zu vermitteln. Im eigenen Handeln verpflichten wir uns der ökologischen Nachhaltigkeit.

Für seine erfolgreiche Arbeit pflegt das Museum starke Partnerschaften und ein umfangreiches Netzwerk nationaler und internationaler Kontakte. Enge Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft, der oldenburgischen Landschaft, mit dem Museumsverbund Wesermarsch und weiteren Kultureinrichtungen der Region, mit Museen übereinstimmender Aufgabenstellung deutschland- und europaweit, mit Hochschulen und Fachhochschulen, Bildungseinrichtungen und Schulen, den touristischen Akteur:innen sowie mit den museumsrelevanten Verbänden sind für uns selbstverständlich. Ein vertrauensvoller und enger Dialog verbindet uns mit Förderern, Stiftungen und Drittmittelgebern. Diese Netzwerke und Partnerschaften bilden eine wichtige Grundlage für unsere erfolgreiche Arbeit und werden gepflegt, kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt.

Das Museum verfolgt trotz begrenzter Ressourcen einen steten Ausbau der Professionalisierung, der Servicequalität sowie eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsstrukturen, der betrieblichen Abläufe und einen hohen Grad an Mitarbeitermotivation. Ein von gegenseitiger Wertschätzung geprägtes, harmonisches Miteinander von angestellten, freiberuflich tätigen oder projektbezogenen und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen ist selbstverständlich und wird ebenso nachhaltig angestrebt, wie der kontinuierliche und transparente Austausch zwischen Vorstand, Museumsleitung und Team hinsichtlich der gemeinsamen Ziele.

Zur Wahrung der fachlichen Qualität werden unsere Mitarbeitenden zur regelmäßigen Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen ausdrücklich ermuntert. Die Qualitätsstandards unserer Arbeit werden durch die turnusgemäße Teilnahme am Gütesiegel-Verfahren spätestens alle fünf Jahre überprüft.

Der Verein, der das Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser trägt, ist gemeinnützig. Die vom Landkreis Wesermarsch und den Kommunen Brake, Elsfleth, Berne und der Gemeinde Lemwerder für die Sockelfinanzierung des Museums zur Verfügung gestellten sowie die selbst erwirtschafteten Mittel werden gemäß der Vereinssatzung wirtschaftlich eingesetzt.

Das Museum sieht sich den Grundsätzen des internationalen Museumsrats (ICOM) und des Deutschen
Museumsbunds verpflichtet.

Das Leitbild ist regelmäßig auf seine Gültigkeit zu prüfen. Eine Überarbeitung erfolgt spätestens nach Ablauf
von 5 Jahren.

Brake, d. 15. Juli 2026

(Dr. Christine Keitsch)
Museumsleiterin