Admiral Brommy in Griechenland
Ein Leben im Dienst der Freiheit
Karl Rudolf Brommy war eine jener universellen Persönlichkeiten, deren Wirken in Griechenland und Deutschland tiefe Spuren hinterließ. Der spätere erste Admiral einer vereinten deutschen Marine war ein leidenschaftlicher Philhellene, ein dekorierter Held Griechenlands und einer der Gründerväter der modernen griechischen Marine – insbesondere im Hinblick auf ihre Struktur, Infrastruktur und die Ausbildung der Seekadetten. Seine Erfahrungen im Dienst Griechenlands inspirierten ihn zu seinem Werk Die Marine und bereiteten seine spätere Rolle als deutscher Marinepionier vor.
Als 1821 der griechische Unabhängigkeitskrieg gegen das Osmanische Reich ausbrach, folgten viele Freiwillige aus anderen Ländern dem romantischen Ruf Lord Byrons. Angetrieben von der Begeisterung für die klassische Antike und von nationalen Befreiungsbewegungen weltweit eilten sie Griechenland zu Hilfe. Brommy ging als einer dieser „Philhellenen“ (Freunde Griechenlands) in die Geschichte ein. Was der breiten Öffentlichkeit oft unbekannt ist: Die große Mehrheit dieser Unterstützer stammte aus dem deutschen Raum.
Die Kapodistrias-Ära (1827–1831)
Brommy erreichte das revolutionäre Griechenland im Jahr 1827. Er diente als Offizier auf verschiedenen Kriegsschiffen und bewährte sich in Seeschlachten, Belagerungen, Rettungseinsätzen und im Kampf gegen Piraten. Trotz härtester Bedingungen bewies er außergewöhnliches Geschick, gewann hohes Ansehen und erreichte schließlich einen hohen Rang innerhalb der griechischen Marine.
Nach der Ermordung des griechischen Regierungschefs Ioannis Kapodistrias im Jahr 1831 folgten politische Unruhen, woraufhin Brommy das Land vorerst verließ.
Die ottonische Zeit (1832–1849)
Bereits 1832 kehrte Brommy nach Griechenland zurück, um unter der Herrschaft des neu eingesetzten Königs Otto erneut in der griechischen Marine zu dienen. Brommy wurde erneut zum Flaggoffizier des Marinekommandanten ernannt und zugleich Mitglied der Marinekommission. Neben dem aktiven Dienst als Schiffskommandant widmete er sich dem Aufbau der griechischen Marineinfrastruktur. Seine größte Leidenschaft galt dabei der Ausbildung der Seekadetten.
Er beendete seine Karriere in Griechenland schließlich als Präsident des Marinegerichtshofs, bevor er nach Deutschland zurückkehrte.
Starten Sie die interaktive Karte, um zu sehen, wo Brommy in diesen Epochen lebte und wirkte.
-Albrecht Eckhardt, Detlev G. Gross, „Brommy und Brake. Schriftenreihe des Schiffahrtsmuseums der Oldenburgischen Weserhäfen e.V.“; Bd. 4 (Oldenburg 1998)
-Detlev G. Gross (Hsg), „Gedichte von Admiral Brommy“ (Bremen 1994)
-Frank Ganseur & Erwin Wagner. „Carl Rudolph Brommy – Admiral der Revolution?“ (Berlin 2018)
-Wagner Erwin, „Carl Rudolph Brommy (1804-1860) als Marineoffizier in Griechenland (1827-1849)“ (Oldenburg 2009)
Konzeption/Text: Ioannis Triantafillidis, Hannover