Segelriss der Bark Möve

Das „Deutsche Seemännische Wörterbuch“ von Adolph Stenzel aus dem Jahre 1904 führt dazu folgendes aus:

Segelriß: Zeichnung, welche die Stellung der Masten im Schiff, ihre Länge, sowie die der Stängen, Rahen, Gaffeln, Bäume, des Bugspriet und Klüverbaums etc., ferner Größe und Verteilung der Segel angibt.

Der Segelriss (die Segelzeichnung oder auch der Segelplan) gibt also eine exakte Auskunft und Übersicht darüber, wie die Segel an Bord eines Schiffes verteilt sein sollen, welche Form, Größe und Abmessung sie haben und wie die zu ihrer Bedienung nötigen Fallen, Schoten und Niederholer verteilt und bemessen sein müssen.

Der Segelriss gehörte wie der Spantenriss oder die Bauzeichnung eines Schiffes zu denjenigen Plandokumenten, die für den Bau eines Segelschiffes notwendige Voraussetzung waren. Bei der Planung und Anfertigung waren großes Fachwissen und Erfahrung wichtig. Nicht nur der Segelmacher, sondern auch die Kapitäne brachten ihre Kenntnisse ein.

Der Beruf des Segelmachers war zur Blütezeit der Segelschifffahrt auch in der Wesermarsch ein bedeutender Wirtschaftszweig. In Brake und Elsfleth beispielsweise waren im 19. Jahrhundert mehrere Segelmacher ansässig. Zeugnisse dieses wichtigen maritimen Erbes sind noch heute fast überall zu finden. So ist das Haus des Segelmachers Block in der Lindenstraße 17 erhalten.

Im zweiten Stock unserer Dauerausstellung hier erfahren Sie mehr über das maritime Handwerk der Region. In unserem Archiv bewahren wir darüber hinaus etliche Dokumente und Zeugnisse zu diesem Thema.

Der hier gezeigte Segelriss der Bark Moeve, Kapitän Reiners, ist ein

Geschenk von Herrn Hermann Ostermann, Bielefeld.

Herr Ostermann forscht seit mehreren Jahren zu Segelmachern in der Wesermarsch. Das Schiffahrtsmuseum verfügt zu diesem Thema über eine umfangreiche Dokumentensammlung.