Oldenburg

Sonntag, 04.11.2018 - Sonntag, 29.09.2019

Carl Rudolph Brommy - Admiral der Revolution?

Bis heute ist „Brommy“, wie der einstige Konteradmiral von den Brakern genannt wird, eine Identifikationsfigur, die sich zu einem werbewirksamen Markenzeichen entwickelte. Die Verbindung zwischen der heutigen Symbolfigur und der ungeheuren Bedeutung des revolutionären ersten demokratischen Aufbruchs, ist heute nur wenigen noch bewusst.

Konteradmiral Carl Rudolph Brommy war verantwortlich für den organisatorischen Aufbau Aufstellung der ersten deutschen Flotte 1848. Ihre Stationierung in Bremerhaven und Brake war alles andere als ein Regionalereignis, sondern wesentlicher Teil der bürgerlich-demokratischen Revolutionsbewegungen des 19. Jahrhunderts. Brake stand damit für kurze Zeit im Schlaglicht der deutschen Geschichte. Durch seine Ehe mit Caroline Hascheline Gross, der Tochter eines Braker Kaufmanns, blieb Carl Rudolph Brommy der Region auch nach der Auflösung der Flotte und seiner Entlassung 1853 verbunden.

Brommys Gestalt ist dabei nicht immer greifbar. In der Sonderausstellung wird mit vielfältigen Exponaten und anhand von Fragestellungen entlang seiner Lebensstationen das facettenreiche und später auch politisch instrumentalisierte Bild dieser historischen Persönlichkeit beleuchtet. Die Darstellung seiner organisatorischen Leistung, die Orte seines Handelns und der Aufbau seiner Flotte spannt den Bogen vom Seehelden über die tragische Figur bis hin zum touristischen Markenzeichen.

Dabei werden die Lebensumständen der bürgerlich-maritimen Kultur des noch jungen, aufstrebenden Hafenstandorts an der Unterweser in Beziehung gesetzt zum Verlauf der Revolution von 1848/49, ihrem Aufblühen, Scheitern und ihrem späteren ‚Revival‘ 1918/19, als die Grundrechte der Paulskirche zum wesentlichen Fundament der Verfassung der Weimarer Republik werden.


Die Sonderausstellung „Carl Rudolph Brommy – Admiral der Revolution?“ wurde am 4. November um 15 Uhr im Haus Borgstede & Becker eröffnet und läuft bis zum 29. September 2019.

Das Projekt wird gefördert durch die Oldenburgische Landschaft und die Regionale Stiftung der LZO, LZO Stiftung Wesermarsch.